Vicki ist Vize-Weltmeisterin im Ultra Triathlon (3-fach IM) !
Wir gratulieren unserer Vicki recht herzlich – tolle Leistung !
Vickis Bericht:
Hallo alle zusammen!
Zu aller erst möchte ich mich bei meinem Verlobten für seine Geduld mit mir(ständig früh 5Uhr aufstehen und…), bei meinem Trainer Marco Wolf, bei meinen Chefs/ Freunden/ Sponsoren Bertram + Sibylle Wagner und natürlich bei meinen Sponsoren (Fit Center Nord, Apotheke zum Heiligen Rupertus, 2XU, Endless Sport, Specialized) für ihre Unterstützung bedanken.
Ein ganz besonderer Dank aber auch an mein tolles Team mit meiner Mom, Anke, Dietrich und Heli ohne die dieser Wettkampf nicht durchführbar gewesen wäre. Es war so harmonisch, eingespielt, lustig…wie man es sich besser gar nicht wünschen kann!
Euch allen natürlich vielen Dank für eure rege Anteilnahme an meinem Wettkampf und die vielen Glückwünsche. Ehe ich jedem einzelnen auf seine mail antworte möchte ich euch lieber noch einen kleinen persönlichen Bericht mit meinen Eindrücken mailen.
Ich war die letzten Tage vor der Abreise hier in Salzburg ganz schön durch den Wind. Kurz vor der Abfahrt kommt die Panik ob man alles hat, ob man das überhaupt schafft…Im großen und ganzen hab ich aber fast alles bedacht. Aber eben nur fast. Ich bin am 27.7.2010 3 Uhr in der früh nach Dresden zu meinem Dad losgefahren. Immerhin hatten wir uns ewig nicht gesehen und so sollten wir noch etwas Zeit zum schwatzen haben. Plan war am Spätnachmittag zu meiner Mom zu fahren und am nächsten morgen mit ihr gemeinsam nach Hamburg zu fahren wo wir Dietrich vom Flughafen abholen wollten. Der Plan war gut allerdings viel meinem Dad doch gleich auf das wir gar keinen Sitzplatz für ihn hatten. Richtig – und hier hat mir Anke auch schon das erste mal aus der Klemme geholfen. Wir haben uns also alle am Flughafen getroffen und sind dann gemeinsam zu Anke´s Mom nach Elmshorn gefahren. Dort hat uns schon ein toll gedeckter Tisch mit Salat, Spaghetti und Erdbeeren erwartet. Also haben wir uns auch direkt von der Anreise gestärkt und ganz viel gequatscht. Obwohl uns Ankes Mom alle gar nicht kannte wurden wir unheimlich herzlich aufgenommen und konnten die 2 Gästezimmer beziehen. Während wir noch eine Datenkarte fürs Internet besorgt haben, haben die beiden Mütter schon wieder ein gigantisches Abendessen gezaubert – 4 verschiedene Steaks, Kartoffeln, Quark, Salate. Das mußten wir leider viel zu schnell verdrücken, denn schon kurz danach ging unser Zug nach Hamburg zur Überraschung für´s Team “König der Löwen”. Das Musical war von den Kostümen und der Musik ein Traum! Danach ging es aber auch direkt ins Bett damit wir wenigstens halbwegs genug Schlaf bekamen.
Am nächsten morgen wurden wir schon wieder mit einem tollen Frühstücksduft aus der Küche geweckt. Wir haben alle super lecker gefrühstückt. Während Anke und meine Mom dann Heli vom Flughafen abholten fuhren Dietrich und ich schon mal nach Lensahn. Wir haben uns ein Plätzchen für den Bus und die Zelte gesucht und dann stand auch schon die Wettkampfbesprechung mit anschließender Dopingkontrolle am Plan. Meine Mom hat dann gleich Spaghetti zum Mittag gekocht und wir anderen haben schon mal unsere Zelte aufgebaut und alles hergerichtet. Wirklich viel helfen durfte ich nicht mehr – das ist mir echt schwer gefallen, also hab ich mich einfach noch etwas aufs Ohr gehauen. 18 Uhr stand die Vorstellung der Athleten mit anschließender Pastaparty am Plan. Das war total nett und man hat endlich viele aus den Wettkämpfen des letzten Jahres wieder getroffen. Doch gerade heute ging es ganz früh ins Bett.
Mein Wecker hat schon 4 Uhr geklingelt damit mein Essen bis zum Start verdaut war. Ich hab mich zwar noch einmal in den Bus gelegt, schlafen konnte ich allerdings vor lauter Aufregung nicht mehr. Nach und nach wurden dann auch die anderen wach – sie haben auch noch gefrühstückt, wir haben das Rad noch mal aufgepumpt und dann ging es auch schon rüber ins Schwimmbad. In der Wechselzone wartete schon das ganze Team vom NDR Fernsehen. Sie sollten mich ab nun immer wieder beim Wettkampf begleiten. Jeden Abend 17Uhr und am kommenden Tag 10 Uhr wurde ein entsprechder Bericht gesendet. Irgendwie war das auch ganz gut da man so etwas abgelenkt wurde ehe dann pünktlich 7 Uhr der Startschuß viel. Das Schwimmen viel mir relativ leicht obwohl ich ja die letzten Monate kaum Wasser gesehen hatte. Nach 3:34h stieg ich sogar als erste Dame aus dem Wasser. Draußen wartete nicht nur mein Team, sondern auch das Kamerateam was schon auf den ersten Bericht wartete und natürlich alles genau filmte. Es blieb mir nicht viel Zeit zum Luft holen, denn auch Sarka kam aus dem Wasser als ich mich aufs Radl schwang. Die Strecke hatte ich mir vorher nicht angesehen. In der Ausschreibung stand nämlich flache Strecke und die anderen Athleten hatten mir erzählt das es die ganze Zeit eher sehr wellig dahin ginge. Darüber wollte ich mir vorher gar keine Gedanken machen, denn ändern konnte ich es sowieso nicht mehr! Aber sie hatten leider Recht. Anfangs war es mir noch egal, aber so ab 300km wurden die Hügel doch immer eher zu Bergen. Dazu kam das ein sehr starker Wind wehte und man daher noch mehr Kraft als erwartet benötigte. Daniel, der Kameramann hatte sich einen Campingbus ausgeliehen und schaute daher immer wieder bei uns vorbei. Mit einem Elektrorad fuhr er dann neben mir her und filmte unterwegs. Das hat voll Spaß gemacht und war immer wieder eine willkommene Abwechslung. Heli hat mich bei jeder Runde kontrolliert das ich ja ausreichend esse und trinke – sonst gab es “Anschiss”. Ich muß zugeben das ich das Trinken oft vergessen habe bzw. es durch den Wind gar nicht so einfach war und immer auf der Geraden vor dem Wendepunkt habe ich voll das schlechte Gewissen bekommen und hab es noch nachgeholt. Aber grad auch solche Sachen haben einen dann etwas von den Strapazen am Rad abgelenkt. Sicher habe ich zwischendurch auch einmal überlegt aufzugeben, doch dann wäre das ganze Training, alles auf was man dieses Jahr verzichtet hat umsonst gewesen und das ging auf keinen Fall! Nach 29:08h war es dann endlich geschafft und ich konnte die Rad – gegen Laufschuhe tauschen. Natürlich war auch hier das Fernsehen wieder mit dabei und nach einem kleinen Interview ging es los auf die abschließenden 126,6km. Die ersten 60km gingen sogar recht locker. Dann mußte ich mich schon zwingen weiter zu laufen und nicht zu gehen. Fängt man erst einmal an wird es unheimlich schwer wieder rein zu kommen. Die Beine wurden jetzt immer schwerer, also nutzen wir die Möglichkeit sich im Massgaezelt etwas durchkneten zu lassen. Das war auch wirklich super! Inzwischen ging es gen abend und in den Gärten fingen die Leute an Zelte und Bierbänke aufzubauen. Sie deckten die Tische und fingen an zu grillen. Das war echt gemein da so ein Essen bis zum Ende des Wettkampfes tabu war. Aber wenigstens kam so wieder etwas mehr Leben auf und man hatte immer etwas zu beobachten. Kurz vor unserem Zelt war auch eine voll lustige Runde älterer Leute. Einer der Herren kam mit dem Rad und fragte mich kurz entschlossen ob er mich mal eine Runde begleiten dürfte…natürlich! Jede Ablenkung ist willkommen. Unterwegs stellte sich heraus das die Truppe ein Teil des Blasorchesters war die mrogen auf dem Schützenplatz spielen würden. Fritz hat mich ein paar Runden begleitet und dann haben mich alle immer wieder angefeuert. Zur Verdauung ist er später sogar noch einmal mit mir gelaufen. Es waren auch noch sehr viele Kinder unterwegs. Erst haben sie nur abgeklatscht, doch dann sind auch sie zu Fuß oder mit dem Rad (3 und 4 jährige)mit mir gelaufen. Eigentlich hatte man auf der Runde immer 5 Party-Punkte- Verpflegungsstelle, Zuschauer am Schützenplatz, Party am ersten Hügel, Party vom Orchester und unsere Leute + Nachbarn! So ab 2Uhr wurde es allerdings sehr ruhig-jetzt haben sich meine Leute noch mal voll ins Zeug gelegt und entweder ist mal jemand mit gelaufen oder sie sind mit dem Elektrorad mitgefahren. Inzwischen war ziemlich sicher das ich Sarka nicht mehr einholen kann. Auf die dritte konnte ich meinen Vorsprung etwas ausbauen zumal sie auch schon seit einiger Zeit immer wieder gehen mußte. Diesen Vorsprung hätte ich wohl auch um jeden Preis verteidigt. Inzwischen haben aber auch meine Fußsohlen zu brennen angefangen und die Müdigkeit machte sich deutlich bemerkbar. Irgendwann habe ich gemerkt das ich im Laufen eingeschlafen bin, da hab ich einen Zwischenstopp an unserem Zelt gemacht und mich genau 10min zum schlafen hingelegt. Danach war mir erst voll kalt, dann heiß…doch dann ging es wieder dahin. Irgendwann ging auch wieder die Sonne auf. Sarka lief am Morgen schon ins Ziel ein – noch ohne Zuschauer. Dagmar (3.) hatte sich wohl Nachts mal etwas länger hingelegt womit ich einen deutlichen Vorsprung hatte. Da mir die Füße inzwischen unvorstellbar weh taten gingen meine Mom, Anke, Dietrich und auch Heli immer mal abwechselnd eine Runde mit. Und endlich der lang erwartete Moment…die letzte Runde stand an. Wir sind alle zusammen zum Schützenplatz. Dort habe ich die deutsche Fahne bekommen und es ging entgegen dem Uhrzeigersinn gemeinsam auf die letzte Runde. So 12 Kinder waren auch mit dabei und freuten sich voll. Einem der Jungs gab ich die Fahne und so konnte ich mich noch von allen anderen verabschieden. Auf dem Schützenplatz dann unter jubel von vielen Zuschauern der lang ersehnte Zieleinlauf als 2. Dame(Vize-Weltmeisterin)! Daniel hatte eine Flasche Sekt gesponsert die ich wie in der Formel eins in die Menge sprühen durfte. Genial!
Eigentlich war ich total erledigt, doch in wenigen Minuten sollte der Kindertriathlon im Schwimmbad starten. Da mich die Kids die ganze Zeit angefeuert haben bin ich nun noch die Kids anfeuern gegangen. Sie haben sich voll gefreut! Während ich dann endlich unter die Dusche konnte (Anke hat mir netter Weise geholfen das es ganz alleine nicht so gut ging) hatten die anderen Abendessen beim Pizzaservice bestellt. Es gab also endlich mal wieder etwas richtig fettiges und ungesundes – smile! Ich hab mich dann in den Bus gelegt – den mir übrigens Christian netter Weise geborgt hatte – und noch während mir Dietrich die Beine versuchte etwas locker zu massieren bin ich tief und fest eingeschlafen. Allerdings nicht wirklich lange, denn kurz nach 17 Uhr war ich schon wieder hellwach. Gegenüber den 10 min der letzten 3 Tage war das für meinen Körper scheinbar eine halbe Ewigkeit. Wir haben uns also alle angezogen und sind dann gemeinsam zur Siegerehrung die 18.30 Uhr auf dem Schützenplatz stattfand gelaufen. Es kamen unheimlich viele Kinder die auf die T-Shirts und in Bücher / auf Zettel Autogramme haben wollten. Echt ein cooles Gefühl – als wäre man irgendwie berühmt….
Die Siegerehrung war auch echt beeindruckend. So richtig mit gratulieren und vor seiner Fahne aufstellen. Nationalhymne der ersten….wau! Es hat ne ganze Weile gedauert da ja jeder Teilnehmer einen Pokal bekam und dann noch die ganzen Pressefotos….
Leider hatte es dann wieder angefangen ziemlich heftig zu regnen wodurch nicht mehr zu viele Leute da waren. Wir haben aber noch etwas zusammen gesessen und geredet. Aber auch heute zog es uns bald ins Bett. Bereits 3 Uhr klingelte der Wecker und Anke brachte netter Weise Dietrich und Heli nach Hamburg zum Flieger. Die beiden mußten ja noch heute früh wieder arbeiten. Bei dem wenigen Schlaf der letzten Tage der pure Wahnsinn – ich bin da allen unheimlich dankbar! Nachdem wir uns verabschiedet hatten habe ich mich noch mal ins Zelt gelegt und bin auch recht schnell eingeschlafen. Allerdings weckten uns bereits 6 Uhr Planierraupen und LKW´s die den Sportplatz geteert haben. Meine Mom und ich haben also ganz in Ruhe gefrühstückt, die Zelte abgebaut, das Auto geladen und haben uns dann noch von allen verabschiedet ehe es auf die Autobahn gen Dresden ging.
Anfang der Woche fiel es mir noch schwer zu normalen Zeiten zu Schlafen und zu Essen. Inzwischen bin ich aber wieder topfit und irgendwie fehlt mir sogar mein Training schon wieder.
LG aus Salzburg
eure Vicki






























